Die Winterhütte dieses Jahr war mal wieder wunderschön. Wir sind alle zusammen mit dem Zug in das schöne S-chanf gefahren, das bis auf den unaussprechlichen Namen wirklich schön ist. Im ICE gleich ein ganzes Abteil für sich zu haben, is ganz schön cool und dann noch in das hinterletze Kaff irgendwo in Graubünden mit nem stündlich fahrenden Regionalzug zu kommen ist vielleicht sogar noch ein bisschen cooler. Der schweizer ÖPNV sei gepriesen! Es ist zwar ein bisschen absurd, dass der Zug von Freiburg nach St. Moritz über S-chanf billiger ist, als der Zug von Freiburg nach S-chanf, aber nichts desto trotz sind wir sehr gut angekommen.

Wir haben gleich unser wunderschönes, großes, sehr altes Holzhaus bezogen – das Haus Chesa Quattervals- , dass mehr als genug Platz für uns hatte und neben genügend Schlafzimmern auch große tolle Aufenthaltsräume und eine prachtvolle Küche.
In der wurde auch gleich von sehr lieben, freiwilligen Menschen gekocht, nur leider am ersten Tag ein bisschen zu wenig. Danach haben wir es aber mengentechnisch super geschafft und ab Tag 2 war es nicht mehr nötig, dass Menschen sich nach dem Abendessen noch ein Müsli machen mussten.
Das Essen war auf jeden Fall ein unfassbarer Banger! Es haben sich jeden Abend genügend Freiwillige gefunden, um das leckere Essen zu kochen. Mit den möglichst viel ökologischen und veganen Zutaten war das ganze lecker, nachhaltig und für alle was dabei.
Es wurde täglich wirklich viel Brot gebacken, damit fürs Frühstück und für die Skitour genügend Brote geschmiert werden konnten. Für VeganerInnen war viel Aufstrich dabei und für die anderen wurde zusätzlich auch vom quasi-Nachbarhof unmengen Käse und Milch gekauft.

Genauso wie beim Essen wurde auch bei den Skitouren auf alle geachtet. Allgemein war im neuen Sicherheitskonzpet vorgesehen, dass alle einen LVS-Kurs in diesem Jahr machen mussten, wir haben am ersten Abend aber auch nochmal die Suche geübt. Jeden Abend wurde der Lawinenbericht von unserer Wetterfee Jens hervorragend vorgelesen und danach besprochen. Danach haben sich alle nach ihren Wünschen aufgestellt, haben Gruppen für den nächsten Tag gefunden und haben gleich mit der Planung begonnen. Wenn dann alles fertig geplant war wurde von den erfahrensten unter uns nochmal drüber geschaut, im besten Fall abgenickt und sonst nochmal besprochen und schon gings ins Bett um am nächsten Tag ausgeschlafen auf Tour gehen zu können. Meistens war das Haus um 11 schon ziemlich still.
Dann gings schon auf Skitour. Je nachdem wie motiviert die Gruppe war, war das Treffen vor dem Haus eher um 7:30 Uhr oder um 9:00 Uhr.



Die Auswahl an Skitouren war aufgrund des sehr wenigen Schnees, der Klimawandel sei gegrüßt, eher mau, aber ein paar verschiedene und allesamt sehr schöne Touren waren dabei. 3 Gipfel, 25km Weg und 1800hm oder 500hm und ein kleinerer Zwischengipfel…das war alles möglich und dementsprechend für jede Lust und Laune eine Tour parat. Selbst wenn man keine Lust auf Skitouren hatte, war man mit der Loipe ganz in der Nähe, einem schönen Tal zum Spazieren, vielleicht sogar ein bisschen wandern und nem See zum Snowkiten gut bedient mit Alternativprogramm.
Wenn man dann zurück kam, kam der Fluss direkt vor dem Haus wie gerufen und alle, denen ganz schön warm geworden ist, konnten sich im fast thermenartigen, schätzungsweise 2 Grad heißen Fluss baden. Am Abend ging dann alles wieder von vorne los mit dem Zusatz ab Tag 2, dass über das Tagesprogramm gesprochen wurde, um man so tolle Ideen für Skitouren und anderes bekommen konnte.



Das Wetter war voll auf unserer Seite. Mit Montag, Dienstag, Mittwoch 3 tolle Tage mit viel Sonne, dann ein taktischer Schlechtwetter-Ausruh-Donnerstag. Am Donnerstag hatten wir sehr viele spannende Inputs, die den ganzen Tag füllten. Lawinen und Schneekunde mit Jo zu wie baut man einen Skitrage aus einem Biwacksack mit Snic, T-Anker Übungen und Spaltenselbstrettung mit Skiern, was Lea mitangeleitet hat. Am Freitag und Samstag kam die Sonne wieder zum Vorschein und etwas Neuschnee, besser gehts nicht! Ansonsten gab es auch immer viel zu tun: die Gitarre, der Tischkicker, die Tischtennisplatte und Kartenspiele haben es nie langweilig werden lassen. Denn mit lieben Menschen und das waren restlos alle auf dieser schönen Winterhütte, braucht man kein gutes Wetter um Spaß zu haben!





Text: Florian Rittershofer

