
Am Samstag, dem 9. März 2024, sammelte sich eine große Gruppe, schwer bepackt mit Rucksäcken, Ski und Essen, am Gleis des Hauptbahnhofs in Freiburg. Die alljährliche Winterhüttentour stand bevor. Das diesjährige Ziel: Selva, ein kleines Örtchen in Graubünden. Die Reise erfolgte gemeinsam mit dem Zug von Freiburg nach Tschamut.
Dieses Jahr hatten sich erstmals die Jungmannschaft (JUMA) und die Alpingruppe zusammengetan und eine gemeinsame Ausfahrt organisiert. Fast 50 Winterbegeisterte reisten zusammen in die Berge, um eine skireiche Woche in den Alpen zu verbringen. Die Anfahrt war dabei die erste Herausforderung, da jede Person 13 kg Essen zusätzlich zur persönlichen Ausrüstung und Bekleidung auf dem Rücken trug. So war der Rucksack schnell schwerer als 25 kg. Knifflig wurde es, als wir all die Rucksäcke, Ski, Schuhe und Stöcke in den Gepäckfächern der Bahn verstauen wollten, die für solche Mengen an Equipment nicht ausgelegt sind. Sogar die Schaffner akzeptierten schließlich, dass Rucksäcke auf den Sitzen lagen. Auch die Gleiswechsel beim Umsteigen waren nicht zu unterschätzen – bei dieser Gruppengröße geht schnell mal eine Person oder ein Gepäckstück verloren. Trotz allem kamen wir am frühen Nachmittag gut und vollständig in Selva an. Voller Vorfreude und Erstaunen wurden die umliegenden Gipfel und Bergrücken bewundert, die ersten Tourenpläne geschmiedet und die beste Abfahrtslinie diskutiert.

Im Vorhinein war ein Gepäcktransport für die 3,5 km lange Strecke vom Bahnhof zur Gruppenunterkunft „Vacanza“ organisiert worden. Die schweren Rucksäcke mit dem Essen und ein Teil der Ski wurden gefahren, den Rest trugen wir selbst. Der 45-minütige Weg war ideal für ein erstes Kennenlernen und Austauschen. Ein kleiner Teil der Gruppe begab sich kurz nach der Ankunft in die nächstgrößere Ortschaft, um Käse und Milch bei einer Bäuerin zu kaufen. Der Rest packte das Essen aus, bezog die Zimmer und organisierte die Vorratskammer, in der sich Lebensmittel für eine ganze Woche stapelten. Anschließend leitete Lukas ein kleines LVS-Auffrischungstraining, bei dem das Suchen eines vergrabenen Geräts geübt und der Piepscheck wiederholt wurde. Danach gab es ein kleines Kennenlernspiel und Zeit zum Quatschen.
Am ersten Tourentag wachten wir bei heftigem Schneefall auf. Die Flocken fielen schwer vom Himmel und verwandelten die Umgebung in ein Winterwunderland. Aufgrund der hohen Lawinenwarnstufe waren keine großen Touren möglich. Stattdessen wurden mehrere Anfängertouren angeboten, bei denen Spitzkehren geübt und die niedrigen Hügel der Umgebung erkundet wurden. Nach mehreren Stunden draußen kamen alle durchnässt wieder an der Hütte an. Nun galt es, einen Platz zum Trocknen der nassen Kleidung zu finden – und sich diesen zu merken, damit am nächsten Morgen alles wieder auffindbar war. Am folgenden Tag besserte sich das Wetter, und es wurden erste leichte Touren durchgeführt, bei denen der Fokus auf Hang- und Gefahrenbeurteilung lag.
Im Laufe der Woche sank die Lawinenwarnstufe, wodurch immer mehr Touren möglich wurden. Jeden Abend stand Tourenplanung auf dem Programm: Teilnehmende schlossen sich zu wechselnden Kleingruppen zusammen, um eine gemeinsame Tour für den nächsten Tag zu planen. Beliebte Ziele in dieser Woche waren der Piz Mahler, der Piz Cavradi (über den Rücken oder als Überschreitung), die Camona da Maighelshütte, das nahegelegene Skigebiet sowie der Piz Badus/Six Madun.

Nach einer erfolgreichen Tour in der beeindruckenden Landschaft trafen sich am Nachmittag wieder alle an der Hütte. Je nach Lust und Laune wurden Gesellschaftsspiele gespielt, musiziert, draußen Kicker gebaut und ausprobiert, eine Schneebar errichtet oder es gab gegenseitige Massagen. Abends wurde vorzüglich gekocht und selbstverständlich auch ein Dessert gezaubert. Außerdem wurde beinahe täglich frisches Brot gebacken, das auf den Touren verzehrt wurde. An Vitaminen mangelte es ebenfalls nicht – reichlich Obst und frisches Gemüse waren eingeplant.
Viel zu schnell ging die Zeit in diesem Winterparadies zu Ende und der Heimweg stand bevor. Um die Erinnerung und Stimmung noch einmal aufleben zu lassen, wurde ein Fotocontest ins Leben gerufen. In verschiedenen Kategorien konnten Bilder eingereicht werden. Das Siegerfoto wurde schließlich bei einem Gemeinschaftsabend im Jugendraum ausgewählt. Neben dem Anschauen der Fotos wurde Pizza gebacken, draußen am Lagerfeuer geredet und in der Halle geklettert. Wer wollte, konnte übernachten und gemeinsam frühstücken. Das Gewinnerbild weckte die Vorfreude auf die nächste Winterhütte in uns allen.
Text: Paula Knigge











