Klettern im Maggiatal – Pfingstausfahrt der JuMa2023

Dieses Jahr führt die Pfingstausfahrt der Juma Freiburg ins Maggiatal. Am Samstag reist der Großteil der Gruppe – 15 Personen – entspannt, bequem und schnell per Bahn nach Avegno. Nach nur vier Stunden Fahrt können wir die Füße in der Maggia kühlen und uns gegenseitig kennenlernen, während wir sehnsüchtig auf das Material warten, das von zwei Teilnehmenden per Auto in die Südschweiz transportiert wird. Als die beiden Fahrenden endlich ankommen, berichten sie von einer chaotischen Fahrt: Der Leihwagen von Stadtmobil sprang kurz vor dem Gotthardtunnel nicht mehr an und musste ein Stück abgeschleppt werden. Nach nervenaufreibenden zehn Stunden kommt das Auto schließlich am Ziel an und wird jubelnd begrüßt. Anschließend bauen wir die Schlafzelte und das Materialzelt auf. Danach wird das Kochequipment sortiert, das erste Abendessen gemeinsam gekocht und gegessen – während über uns ein heftiges Gewitter tobt. Bei der abschließenden Evaluation sind sich alle einig, dass die Bahn das deutlich angenehmere Transportmittel ist.

Am nächsten Morgen müssen wir feststellen, dass der Fels aufgrund des nächtlichen Gewitters noch zu nass zum Klettern ist. Stattdessen inspizieren wir die überfluteten Zelte, hängen alles zum Trocknen auf und frühstücken erst einmal. Als Alternativprogramm organisieren die Frühaufstehenden kurzerhand eine Wanderung auf den Pizzit-Gipfel. Schnell packen alle ihre Rucksäcke, da für den Nachmittag neue Gewitter angesagt sind. Die Wanderung mit ihren 1.400 Höhenmetern ist ein voller Erfolg. Der steile Weg führt durch wundervoll grüne Hänge und bietet beeindruckende Blicke ins Tal. Nach drei Stunden kommen wir überglücklich auf dem Gipfel an. Mit dicken Regenwolken im Nacken geht es kurz darauf schon an den Abstieg zurück ins Camp. Dort wird wieder gespielt, gebadet, gekocht und der Abend gemeinsam ausgeklungen.

Am Montagmorgen starten wir endlich an den Fels von Ponte Brolla, der fußläufig vom Campingplatz erreichbar ist. Vor dem Einstieg gibt es ein kurzes Sicherheitsupdate zum Mehrseillängenklettern, und dann geht es direkt in die Wand. Bei sommerlichen Temperaturen, viel Sonne und dem ein oder anderen Sonnenbrand testen wir den Fels aus und starten unsere ersten Projekte. Um die beanspruchten Muskeln zu lockern, bilden wir am Abend einen Massagekreis.

Nach dieser Felsgewöhnung geht es am nächsten Tag richtig los. Ein Teil der Gruppe steigt morgens in eine Elf-Seillängen-Tour mit wunderschönem Blick auf den Lago Maggiore ein. Nach fünf Seillängen Plattenkletterei geht die Route in traumhafte Wandkletterei mit einer Schlüsselstelle über. Vom Gipfel aus wird den anderen zugewunken, die das am Vortag erlernte Wissen in kürzeren Touren anwenden. Das Highlight des Tages ist eine Schlange, die aus der Wand stürzt und die am Boden sitzenden Menschen gehörig erschreckt.

Aufgrund der gewittrigen Wetterlage können wir erneut nicht am Fels klettern. Stattdessen üben wir Tischbouldern und nutzen die Campingplatzpavillons kurzerhand als improvisierte Kletterstrukturen. Gegen Nachmittag klart es auf und die am Vormittag trainierten Techniken können an den örtlichen Boulderfelsen weiter verfeinert werden.

An den letzten zwei Tagen teilt sich die Gruppe auf und klettert in den Gebieten Ponte Brolla und Ponte Spinosa sowohl Mehrseillängen- als auch Sportkletterrouten. Das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite und einige Projekte werden erfolgreich abgeschlossen. Zudem gibt es gegenseitiges Techniktraining – sowohl beim Klettern als auch beim Sichern.

So schnell vergeht die Woche. Die Zelte werden abgebaut, das Material sortiert und die Rückreise mit der Bahn angetreten. Beim Abschied sind sich alle einig: Es war eine fantastische Woche.

Test: Paula Knigge