Pfingsten auf dem Speroni – JuMa im Maggia-Tal (Pfingsten 2024)


Endlich ist es so weit! Für einige JuMa Mitglieder startet das zweite große Highlight dieses Jahres: die Pfingstausfahrt. Nach langer Überlegung des optimalen Standorts haben wir uns entschieden ins Maggia-Tal zu fahren. Aus dem letzten Jahr war schon bekannt, dass es dort gut abgesicherte Mehrseillängen-Kletterei in allen Schwierigkeitsgraden gibt. Am Freitag vor der Ausfahrt beluden wir einen großen Van mit dem ganzen Material und kiloweise Essen, was davor genau kalkuliert wurde. Der Rest der Truppe nutzte am Samstag die gute Bus- und Bahnanbindung zur Bewältigung der Strecke.

Samstagnachmittag standen noch der Aufbau des Lagers sowie köstliches Essen mit Gnocchi-Salat und Kuchen an, bevor es dann recht schnell zur Tourenplanung überging, da der darauffolgende Tag einer der trockensten werden sollte. Je nach Interesse und Erfahrung wurden Gruppen gebildet, von denen eine nach Torbeccio aufbrach und von Jeremias und Lea nochmal eine Wiederholung der Mehrseillängen-Technik erhielt. Andere Seilschaften starteten schon gleich mit Touren bis 6b bei Scaladri (Avegno) und Monte Garzo. Dabei machten wir erste Erfahrungen mit der Kunst des Kletterns auf nassem Granit. Das mag zunächst einmal abschreckend klingen, aber die kleinen Strukturen im Granit halten auch nass erstaunlich gut und werden erst rutschig, wenn sich Algen darauf bilden. Die nächsten Tage verliefen ähnlich – wir erkundeten beliebte Ziele wie die Platten am Ponte Brolla und die schöne Speroni. Fabian und ich (Sophia) wagten auch einen Vorstoß in die legendäre Alhambra, der wegen einer Kombination aus Regen und Erschöpfung ein Ende nach der 9. Seillänge fand. Es war aber auch bis dahin eine sehr lohnende und spannende Tour. Weitere Ereignisse gab es zu vermelden von einigen JuMas, die dieses Jahr oder erst diese Woche angefangen hatten mit dem Mehrseillängen-Klettern und sich schnell im plattigen Fels steigerten und bald eigenständig unterwegs waren. 

Der Standort zahlte sich definitiv aus, denn es war für jeden mehr als genug dabei und alles fußläufig vom Campingplatz aus erreichbar. Zwei Regentage unterbrachen zwischendurch das Kletterfieber, schmälerten das Urlaubserlebnis aber nicht. Wir nutzten die Möglichkeit, als Gruppe noch enger zusammen zu wachsen. Einen verregneten Morgen verbrachten wir mit Spaltenbergungstraining am Campingplatzunterstand, dann folgte eine gemeinsame Erkundung Locarnos, eine Schifffahrt auf dem Lago sowie Klippenspringen in die Maggia an einer tiefen Stelle mit Fotoshooting und wie jeden Tag endeten wir mit einem abendlichen Festmahl. Gutes Essen ist bei JuMa-Ausfahrten hoch und heilig, zeigt es doch, was alles auf zwei Gaskochern möglich ist. Am anderen Regentag teilte sich die Gruppe auf. Ein Großteil begab sich auf eine Wanderung zu einem Wasserfall und einem alten Bauerndorf. Der Langschläfer-Verein entschloss sich Geocaches zu enttarnen und spontan an der alten Eisenbahnbrücke von Ponte Brolla ein Toprope einzurichten und den Pfeiler zu beklettern. Außerdem verbrachten wir die gemeinsame Zeit mit ernstzunehmenden Spikeball- und Fußball-Matches, geselligen Spieleabenden und Singen mit Gitarrenbegleitung.

Kleinere Missgeschicke, z. B. als sich die Waschküche in ein Seifenblasenlabor verwandelte oder sich ein Frisbee passgenau in den Boden eines Topfes presste, sorgten für zusätzlichen Spaß und Unterhaltung. Insgesamt hatten wir eine unglaublich tolle Zeit und kamen doch mehr zum Klettern als anfangs erwartet. Die neu erlernte Fähigkeit, nassem
Granit zu vertrauen, kam zumindest mir nun auch schon öfters zugute. Ich glaube es wird deutlich, dass uns auch ohne Klettern nicht so schnell langweilig wird und wir jede Menge Spaß zusammen haben. Nun sind die zwei großen Ausfahrten dieses Jahrs leider schon vorbei, aber die Gruppe ist noch mehr zusammengewachsen und plant schon die nächsten Abenteuer.
Text: Sophia Dehnen